Gerade hat es nachgelassen. Der Schmerz ist nicht mehr so schlimm. Ich kämpfe nicht mehr mit mir, mit meinem Stolz. Doch morgen, morgen werde ich mir wieder eine dreiviertel Stunde irgendwas über Familien und Bezugspersonen anhören, über Väter und Mütter, die Aufgaben der Kinder und die Bedürfnisse. Ich werde schweigend an meinem Platz auf meinem Stuhl sitzen und die Worte über mich ergehen lassen. Keiner wird wissen, wie weh das tut. Messerstiche, Schlangenbisse, nichts kann beschreiben, wie es schmerzt. Im Spiegel sehe ich die hässliche Fratze, die mich an die Ereignisse erinnern. Früher hat mich das nicht gestört, nein. Aber jetzt. Jetzt verstehe ich die Worte. Die Zeichen. Die Sätze, die einst so normal klangen und jetzt förmlich schreien, dass sie nicht wahr sind. Ich will meinen Namen auf den Hals tätoowiert haben, damit ich wiedererkannt werde. Damit niemand an mir vorbei läuft, der mir in die Arme laufen sollte. Ich hasse mich. Ich hasse die Zeit, in der ich gedacht habe es wären keine Lügen. Ich vermisse dich, ich hasse dieses Gefühl. Es macht mich verletzlich. Die Lücke wird größer und die Erinnerungen kleiner. Papa, du fehlst mir.

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