Also bis Sonntag bin ich erst mal bei meinem Freund. Ich poste also frühestens Sonntag Abend. Aber hier ein bisschen Lesestoff aus meinem alten Blog:
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<< Wie ein Häufchen Elend sitze ich vor der Toilette. Die weißen Wände starren mich an und ich würde am liebsten schreien. Ich habe das Gefühl, als würde gleich alles meinen Hals wieder hoch kommen und ich beuge mich weiter über die Schüssel. Nichts. Zehn Minuten lang würge und huste ich, aber nichts kommt. Kraftlos und zitternd taumle ich zurück in mein Zimmer und lasse mich erschöpft auf mein Bett fallen. Ich habe keine Zigaretten mehr, keine Einzige, verdammt, wie kann das sein? Heute früh war die Schachtel doch noch voll. Ich darf nicht mehr so viel rauchen, ich muss es reduzieren, irgendwann stoppen, aber nicht jetzt. Meine blasse Hand greift nach meinem Handy. Tastensperre raus. Die letzte SMS die ich von dir bekommen habe, hat mich sehr erschreckt. Wie kannst du so perfekt lügen, ohne dass es dir auch nur das geringste ausmacht? 'Seit der Scheise mit dem Telefon und dem Gespräch bei euch zu Hause war ich der Depp und der Aktion in Nabburg war es schwer für mich mit deinen kurzen Sätzen umzugehen und ich wollte einfach nur warten bis du auf mich zugehst, denn ich hatte Angst, dass du mich gar nicht mehr sehen willst.' - Ich habe dir nach langem Überlegen nicht geantwortet. An dem Gespräch daheim warst du selbst Schuld und du hast bestimmt nicht gewartet, nicht wie ich, jeden Tag aufs Handy geschaut, ob ein neuer Anruf gekommen ist. Und es stimmt, ich will dich nicht sehen, will dich vergessen. Aber du bist biologisch gesehen ein Teil von mir und das kann ich beim besten Willen nicht ändern. Mein Kopf dröhnt, schon wieder, oder immer noch? Mein Magen gibt Geräusche von sich, die ich nicht genau zuordnen kann. Entweder es ist die vorherige Übelkeit oder Hunger. Ich tippe auf das Zweite und stolpere die Treppen hinunter in die Küche, mache den Kühlschrank auf und gehe wackligen Schrittes, Yoghurt und Löffel in der Hand, wieder nach Oben und krieche unter die schwarz-weiße Bettdecke. Nach den ersten paar Happen bereue ich meine Entscheidung. War vielleicht doch kein Hunger, aber ich esse trotzdem auf. In meinem Körper pulsiert das Blut und eine einzige Frage quält mich. 'Wie kannst du mich so belügen?'. >>
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<< Zitternd sitze ich auf der Bank in dem versifften Bushäuschen, meine verkrampften Finger umfassen mein Handy fest, fast schon zu fest. Ich warte seit über zwölf Stunden auf eine SMS, deine Antwort. Eigentlich weis ich genau, dass ich keine bekommen werde, aber ich bin naiv. Das Display leuchtet hell auf, meine Oma ruft an, schon zum neunzehnten mal jetzt. Ich drücke sie weg, fühle mich wie ein Eisblock, so kalt und unberührt. Die kalte Luft durchbohrt meine Lunge, der Hass zerschneidet mein Herz und das Leid lässt mich eine Zigarette nach der Anderen rauchen. Während ich den Rauch wieder aus meinem Mund blase, rede ich mit der Stimme in meinem Kopf, wir diskutieren. Sie will einfach nicht still sein: 'Wieso glaubst du, dass er dich anlügt ?! Wieso kannst du ihm nicht vertrauen?! - Weil ich ihn kenne. Ich war nie wirklich wichtig. Wieso sollte ich ihm vertrauen, er widerspricht sich doch immer wieder selbst.Du erbärmliches kleines Kind, du willst doch einfach nicht daran glauben! - Ja. Ich bin naiv, ich bin erbärmlich und in vieler Mann Augen klein. Aber ich weis Dinge, die ich nicht mehr vergessen kann. Ich hörte Sachen, die ich nicht überhören konnte. Ich verdränge immer noch die Wahrheit, obwohl ich mir dieser im Klaren bin.' Meine Schuhe sind mittlerweile völlig durchnässt vom Regen und meine Zehen fangen an zu bitzeln. Schon wieder ruft meine Oma an, mein Gott, versteht sie auch nach zwanzig Mal nicht, dass ich sie ignoriere. Ich bin nicht gerade die beste Enkelin, aber ich ertrage es nicht. Ich habe viel zu viel Angst, dass sie mir sagt, dass du dir etwas angetan hast. Wegen mir, wegen meinen harten, abgehackten Sätzen. Ich weis, dass sie dich verletzt haben, auch wenn du dich nicht sehr für mich interessierst. Aber wir müssen endlich der Realität ins Auge blicken, wir können nicht miteinander. Wir sind zu verschieden. Durch jeden Spiegel, in den ich sehe, blickt mich die Fratze an, die viel zu viele Kleinigkeiten von dir hat. Bitte Boden, öffne dich und reis mich in die Tiefe. >>
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<<"Um Zehn Uhr hol' ich dich wieder ab, dann könnt ihr bei uns daheim schlafen.", ruft mir meine Mutter hinterher, als ich aus unserem grünen Jeep aussteige. Ein flüchtiger Blick und ein"Ja, schon gut", mit genervtem Unterton, dann fährt sie gemächlich davon. Bis vor ein paar Minuten war noch alles normal und jetzt holt mich die Nervosität ein, obwohl es nicht das erste mal ist, dass ich zu dir gehe. Ein kühler Windzug pfeift durch meine Haare und ich schaudere, friere, hauche in die Luft und sehe dich durch die warme Nebelwolke auf mich zu kommen. Ein peinliches, fettes Grinsen breitet sich in meinem Gesicht aus, die Stimmen in meinem Kopf fangen an, deinen Namen gefährlich laut zu schweigen und alles was ich jetzt noch fühle ist Sicherheit, Wärme und Zufriedenheit. Du schlingst deine Arme um mich, ich die Meine um dich. Die Zeit steht still, sie ist eingefroren, alle Augen auf uns. Leute, die uns auf der schmalen Straße stehen sehen, müssen sich wohl denken, wir sind am Boden festgewachsen. Wir bleiben regungslos, nur das laute Pochen unserer Herzen zählt. Nach gefühlten zweiundachtzigtausenddreihundertvierundsiebzig Stunden lösen wir uns widerwillig, weil es doch trotzdem ein bisschen frisch wird. Doch statt mitzugehen, als ich dich voran ziehe, hebst du meinen Kopf ruckartig aber sanft und legst deine Lippen auf Meine. Minuten vergehen und wir verschmelzen langsam ineinander. "Ich liebe dich", flüsterst du mir so zärtlich an den Mund, dass es schon fast kitzelt. So muss sich Liebe anfühlen. >>
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<< Fassungslos betrachte ich das Blatt Papier, das vor mir auf dem Tisch liegt. An sich nichts Schlimmes, aber diese hässliche, in rot geschriebene 5- oben rechts. "Mal wieder nicht gelernt, nh? Aber bin ich ja gewohnt von dir.", keift die raue Stimme meines Lehrers über die Schulter hinweg. - Oho, tut mir leid, dass ich nicht gelernt hatte, dass ich besseres zu tun hatte. Obwohl man bei einem Therapie Besuch kaum von etwas Besserem reden kann. Tut mir sehr leid, dass andere Sachen in meinem Kopf herumgeistern, an statt Französische Revolution und Bürgerrechte der damaligen Zeit. Soll man ihm doch einmal den Vater wegnehmen, die Wahrheit ändern und mit Lügen eine Geschichte aufbauen, dann würde er auch nicht nur an das dämliche Geschichtsbuch denken. Meine Wut hält sich kaum noch in Grenzen, in meinen Adern pulsiert der pure Hass und mein Blut brodelt, so sehr hat sich mein Körper erwärmt. Mit zusammen gebissenen Zähnen sitze ich auf meinem viel zu unbequemen Holzstuhl und kämpfe gegen den Drang, einfach aufzustehen, meine Sachen zu packen und das viel zu überfüllte Gebäude zu verlassen. In solchen Momenten hätte ich dich am liebsten bei mir. Wenn sich diese salzigen Fieslinge in meine Augen drängen und die Stimmen in meinem Kopf wieder das Schreien anfangen, dann ist alles was ich brauche, deine Anwesenheit, ein einziger Blick, ein flüchtiger Kuss, das macht alles besser. In den Augenblicken, wenn die Dunkelheit überhand gewinnt und der Mond hoch steht, dann bist du die Sonne, die mein Leben erhellt. Aber du hast selbst Schule, kannst gar nicht hier sein, dämliche Tagträume, sie lindern die Sehnsucht auch nicht gerade, sie lassen mich dich nur noch mehr vermissen. Je länger ich nachdenke, desto leiser wird die Welt um mich herum, ich blende alles aus, will nur noch zu dir, weg von hier. Ich brauche kein unnötigesVertrags Grundwissen, ich brauche dich, jetzt, sofort. >>
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