<< "Das mit gestern ist doch wirklich nicht so schlimm. Du warst immerhin betrunken, als du mir eine gescheuert hast.", redest du mir ein. Ich mache mir jedoch trotzdem Vorwürfe: "Ich hab es aber getan und das ist behindert gewesen. Ich hätte weniger trinken sollen. Dann wäre das alles nicht passiert." - "Schatz, ist doch egal jetzt." Deine großen Hände fahren an meinem Hals entlang bis sie meinen Kopf halten und drückst mir liebevoll einen Kuss auf die Stirn. Mit leerem Blick senke ich meinen Kopf wieder und schlinge meine Arme um dich. "Schlimmer ist eher das, was ich danach getan habe.", flüstere ich in der Hoffnung, du würdest es vielleicht doch nicht hören. Aber falsch. Du hörst es sehr deutlich. "Was meinst du?", fragst du zögernd. In deinen Worten schwingt Angst mit. Ich greife nach deiner Hand und ziehe dich mit in eurer Badezimmer, stelle mein rechtes Bein auf die Badewannenkante und schiebe die Boxershorts ein Stück nach Oben. Entsetzen spiegelt sich in deinem Blick, als du die roten, noch frischen Schnitte in meinem Oberschenkel betrachtest. Mit Tränen in den Augen sehe ich dich kurz an und deute dann auf meinen rechten Arm, der nicht besser aussieht. Ich will weg, dir entfliehen, mich nicht rechtfertigen müssen, doch du stellst dich vor die Tür, so dass ich nicht entkommen kann. "Mit was?", fragst du kalt. - "Abgebrochener Fingernagel." - "Wann?", dein Tonfall bleibt gleich: Scharf und eiskalt. - "Der Arm heute Nacht und das am Oberschenkel vorhin." Ich traue mich nicht, dir in die Augen zu sehen, ich bin viel zu feige. "Es tut mir leid.", winsel ich kleinlaut. Langsam gehst du ein paar Schritte auf mich zu, bis sich unsere Körper berühren, dann nimmst du mich in den Arm, drückst mich fest an dich. "Warum hast du das getan? Ich dachte du machst das nicht mehr.", deine Stimme klingt jetzt besorgt. Ich zucke kurz mit den Schultern und erwidere dann: " Das ist alles zu viel geworden und dann war ich zu allem Überfluss noch nicht ganz nüchtern und du warst nicht da, hast ja ein paar Stunden im anderen Zimmer geschlafen, weil ich mich so breit gemacht habe. Ich hatte dich nicht bei mir, du hast mich also nicht beruhigen können wie sonst. Die meisten Kratzer waren die Bestrafung für die Vorherigen.", leise laufen Tränen meine Wange hinunter, bilden nasse Flecken auf deinem weißen T-Shirt, "Ich weis, du hast gesagt, dass du weg bist, wenn ich noch mal so einen Shit machen sollte, aber bitte verlass mich jetzt nicht, ich brauch dich, ich liebe dich." - "Schatz, ich verlasse dich nicht, ich werde dir erst mal helfen.", sagst du und streichst mir dabei leicht über den Rücken. Ich liebe dich Junge, ich liebe dich! >>
2 Kommentare:
berührend! sehr gefallender schreibstil :)
Danke, danke, danke :)
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