<< Alle Blicke sind auf mich gerichtet, als ich das fremde Klassenzimmer betrete. Sie reden über mich, tuscheln und lästern. Ich hasse es, neu zu sein. "Ah, da kommt die Lehrerin.", höre ich schon alle aufgeregt flüstern. Und dann steht sie vor mir. Ihre schwarz-braunen Stiefel und der strenge Haarschnitt erinnern an eine Reiterin aus früherer Zeit. Sie mustert mich durch ihre goldene Brille, bis ich ihr nach unangenehmem Schweigen meine Hand reiche und sie freundlich, aber nicht gespielt anlächle. "Willkommen in der Klasse, setz dich dort hin.", sie weist mich zu einem Platz neben einem der Mädchen, das ich schon ein bisschen kenne. Schnaubend lasse ich mich auf dem unbequemen Stuhl nieder. In meinen Gedanken schwirren 1000 Dinge umher: "Wenigstens kennt mich hier niemand richtig. Niemand kennt meine Vergangenheit, meine Familie, meine Situation. Niemand kennt meine Narben, denn niemand kommt auf die Idee, mir auf Haut zu schauen. Niemand weiß, wie weh es wirklich tut. >>
2 Kommentare:
♥♥
deine texte sind so schön :)
Du weißt, ich liebe deinen Blog, desswegen habe ich auch einen Blogaward für Dich! <3
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